Urlaub auf dem Bauernhof


Burgruine Ehrenberg bei Reutte in Tirol

Burgruine Ehrenberg bei Reutte in Tirol liegt nur ein paar Kilometer vom Bauernhof entfernt. Man fährt nach Österreich auf den Fernpass Richtung Reutte.


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Burg Ehrenberg   Burg Ehrenberg
     
Burg Ehrenberg Informationstafel   Burgruine Ehrenberg
     

Als 1268 der letzte Stauferkönig Konradin V. in Neapel enthauptet wurde, erhob dessen Stiefvater, Graf Meinhard II. von Tirol, berechtigte Ansprüche auf einen Teil des mächtigen Staufererbes. Als seine Erwartungen unerfüllt blieben, erbaut er um 1270 nahe Pfronten die Burg Falkenstein als gewaltige Drohgebärter in Richtung Herzogtum Bayern und Bistum Augsburg, verlieh sie allerdings im Jahr 1290 an letzteres, um einen neuen Verbündeten zu gewinnen. Meinhard II. benötigte nun neue feste Herrschaftszentren und eine effiziente Grenzsicherung nach Norden, zumal sich kriegerische Auseinandersetzungen mit dem Bayrischen Herzogtum abzuzeichnen begannen. Daher befestigten er zuerst den Fernstein mit der Burg "Verrenstein" und dann kurz vor 1296 die Talenge von Ehrenberg, die sich besonders gut für ein Sperrwerk eignete. Im Jahr 1296 erfahren wir erstmals von Ausgaben für den Bau der Burg, der sich bis 1317 hinstreckte und zu der wohl schon von Anfang an eine Klause, d.h. Straßensperren, gehörte. Aufgrund der intensiven Um- und Ausbauten verbleiben von der Ursprungsburg nur wenige Bauteile. Sie verweisen auf eine einfache Ringmauerburg mit mehreren Wohn- und Wirtschaftsbauten. Da sich die Gipfelburg stolze 150 Meter über dem Talgrund erhob, musste eine Zisterne die Wasserversorgung sichern. Nicht zuletzt die üppigen Zolleinnahmen ( Salzhandel ) machten Ehrenberg zu einem begehrten Pfandobjekt. Die nächste umfangreiche Baumaßnahmen fällt in die Jahre nach 1477, als der reiche Pfandherrschaft Ehrenberg verliehen bekam und die unter Herzog Sigismund begonnenen Ausbaumaßnahmen fortführten. Unter ihm wurde die Burg effizient auf Artillerieverteidigung umgestellt. In den Jahrzehnten um 1500 entstanden ein wohnturmartiger Bau, der so genannten " Hohe Stock ", weitere Wohnbauten sowie Befestigungswerke auf der östlich vor gelagerten Terrasse. Im laufe des 16. Jahrhunderts geriet die Burg dennoch derart in Verwahrlosung, dass sie im Juli 1546 problemlos von den Schmalkalden eingenommen werden konnte. Nicht einmal zwei Monate später erfolgte die Rückeroberung durch  Beschuss vom gegenüberliegenden, noch unbefestigten Falkenberg (später Fort Claudia/Hochschanz). Nach umfangreichen Reparatur arbeiten widerstand sie 1552 den Truppen des Moritz von Sachsen. 1607-09 verstärkte man die Burg erneut durch neue Wehrgänge, Zwinger und Bastionen, ohne allerdings die Wehrhaftigkeit entscheidend zu verbessern, Dies geschah erst zwischen 1632 und1636, als der Festungsingenieur Elias Gumpp neue Batterien anlegen ließ. Schwachpunkt der Burg waren die Toranlagen zum Schlossanger hin, die mehrfach modifiziert wurden. Dennoch wurde die Burg 1703 während des spanischen Erbfolgekrieges von Truppen des Kurfürsten Max Emanuel erobert, allerdings kurz darauf durch Beschuss vom Schlosskopf zurück gewonnen. Als man daraufhin ab 1726 den Schlosskopf mit einem gewaltigen Festungswerk versah, erhielt auch der Schlossanger ein kasemattiertes Hornwerk. Das Ende der imposanten Befestigungswerke kam schon 1782 mit dem Licitationsedikt. 

Burgruine  Ehrenberg bei Reuthe in Tirol   

Burgruine Ehrenberg bei Reutte in Tirol

Eingang zu Ruine.    
 
    Blick auf Reutte
Burgruine Ehrenberg   Burgruine Ehrenberg
     
Burgruine Ehrenberg   Ruine Ehrenberg
     
Blick auf dem Fernpass   Burgruine Ehrenberg
Blick auf den Fernpass    
Tafel Burgruine Ehrenberg Der Text auf den Tafeln steht unten Tafel Burgruine Ehrenberg
Schon früh bildet der Weg über den Fernpass  eine der wichtigsten Verbindungsrouten nach Innsbruck und Italien. Zur Beherrschung und Sperrung der in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht bedeutenden Verkehrsweges eignete sich die Engstelle bei Ehrenberg vorzüglich. Daher verwundert nicht, dass Graf Meinhard II. von Tirol während seiner Auseinandersetzung mit dem Herzogtum Bayern um das Staufererbe hier kurz vor 1296 ein festes Herrschaftszentrum installiert. Zu der neu gegründeten Burg gehörte: die 1317 erstmals erwähnte Klause Ehrenberg.

Die Burg wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach um- und ausgebaut, vor allem aber in den 1480er Jahren unter dem einflussreichen Pfandherrn Georg Gossembrot, der auch den lang gestreckten Gebäudetrakt der Klause errichtete. Einnahmen der Burg und Klause zuerst 1546 durch die Schmalkalden und 1552 durch die Truppen des Moritz von Sachsen, gekoppelt mit Zurückeroberungen, verdeutlichten die dringende Notwendigkeit weitere Befestigungsmaßnahmen. Diese erfolgten 1606-09, als man sowohl die Burg als auch die Klause mit Bastionen versah. Nur kurz darauf, im Jahr 1632, steigerte man die Verteidigungsfähigkeit der Klause durch den Zubau eines feindwärts, d.h. nordöstlich vor gelagerten Hornwerkes. Noch immer aber wies das Befestigungssystem zwei eklatante Schwachstellen auf: den unbefestigten Falkenberg und den gleichfalls unbewehrten Schlosskopf die bei zwei Rückeroberungen eine entscheidende Rolle gespielt hatten - ersterer im Jahr 1703. 1639-45 kam es zum Bau eines Festungswerkes auf dem Falkenberg, der so genannte  Hochschanz, dessen Kernbau ein kleines Fort bildet - das nach seiner Bauherrin benannte For Claudia, entworfen vom Festungsarchitekten Elias Gummp. Im Jahr 1703 eroberten bayrische Truppen Burg und Klause, wurden aber durch Beschuss vom Schlosskopf aus zurückgedrängt. Dies führte 1726 - 1741 zum Bau einer gewaltigen Festungsanlage auf dem 1250 Meter hohen Schlosskopf, die das Festungsensemble vervollständigte. Auch am so genannten Schlossanger direkt unterhalb der Burg Ehrenberg entstand damals ein kleines Hornwerk. Schon 1782 kam mit dem so genannten Licitationseditkt das Ende des gigantischen Festungsensembles, das in der Folge vernachlässigt und zum Teil abgebrochen wurde. Erst im späten 20. Jahrhundert setzten ernsthafte Bestrebungen ein, die eindrucksvollen Reste zu sanieren bzw. - im Falle der Klause- zu restaurieren. Heute verbleiben von allen Bestandteilen des Festungsensemble eindrucksvolle Reste, die Sie über ausgeschilderte Wege erwandern können und die eine Besichtigung lohnen. Infotafeln vor Ort vermitteln Ihnen die jeweils notwendigen Informationen

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